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# eShepherd Webinar AUG 2025 Episode 8

### eShepherd Virtueller Zaun – Fallstudie eines Australischen Produzenten (Rob Reains) 

Dieser Artikel fasst ein Webinar-Gespräch zwischen **Mark Dempsey** (Business Development Manager eShepherd, Australien) und dem Produzenten aus Queensland **Rob Reains** zusammen, der seine praktische Erfahrung mit dem **virtuellen Weidezaunsystem eShepherd** auf großen trockenen und bewässerten Ackerbauflächen teilte.

Die Themen umfassten den Betriebs­hintergrund, die Nutzung ungezäunter Flächen, die Integration von Technologien wie Schwarmrobotik, das Training von Rindern für virtuelle Zäune, ROI-Betrachtungen, Tierbewegungen über virtuelle Treibgassen, die Leistung der Mobilfunkverbindung sowie eine Q&A-Runde mit Produzenten aus Australien und den USA.


###### Hintergrund des Betriebs

Robs Betrieb befindet sich nahe Talwood, Queensland, etwa 80 km westlich von Goondiwindi und nahe der Grenze NSW/QLD.  
Der Farmbetrieb umfasst:

* **10.000 acres (4.000 ha)** überwiegend Trockenfeldbau  
* **1.200 acres Überflutungsbewässerung**  
* Gemischte, nicht kultivierbare und zuvor ungenutzte Bach- und Baumstreifen  
* Viehzucht ist ein **nachgelagerter Betriebszweig**, weshalb Arbeitseffizienz entscheidend ist  

Vor eShepherd waren viele Bereiche **nicht begehbar für Weidezwecke**, da Zäune fehlten oder unzuverlässig waren. Frühere Versuche führten häufig zu **ständigen Zaunreparaturen**.


###### Schwarmrobotik & Technologieeinsatz

Rob ist ein früher Anwender landwirtschaftlicher Automatisierung.  
Er verwendet einen **robotischen Kamerasprüher**, der in 3,5 Jahren **~11.000 Betriebsstunden** erreicht hat.

Gründe für den Einsatz von Robotik:

* Zunehmende herbizidresistente Unkräuter  
* Schwere Böden mit verstreutem Unkrautaufkommen  
* Bedarf an kontinuierlicher Überwachung ohne zusätzliche Arbeitsbelastung  
* Sauberere Felder → höhere Erträge  

Der Roboter arbeitet den ganzen Sommer autonom; der Hauptsprüher wird nur bei starken Unkrautwellen eingesetzt.


###### Warum eShepherd? (Chancen & Beweggründe)

Rob nennt einen zentralen Grund:

**„Entweder halten wir Rinder mit virtuellen Zäunen, oder wir halten gar keine Rinder.“**

Schlüsselmotivationen:

* Nutzung **ungenutzter Weideflächen** — Bäche, ungerodete Bereiche, gepachtete Nachbarflächen  
* Weniger Zeitaufwand für physische Zaunarbeiten  
* Möglichkeit des opportunistischen Handels mit Färsen und Ochsen  
* Nutzung von **Gersten-, Weizen- und Kichererbsenstoppeln** nach der Ernte  
* Haltung von Rindern neben **stehenden Kulturen** ohne physische Infrastruktur  
* Schutz sensibler Bereiche, besonders bei nassem Wetter  
* Ziel: Erhöhung des Bestands von ~150 auf ~1.000 Tiere  

eShepherd ermöglicht Rob eine Rinderhaltung **ohne die kritischen Zeitfenster des Ackerbaus zu beeinträchtigen**, oft der größte Engpass gemischter Betriebe.


###### Leistung in der Nähe von Kulturen

Rob testete virtuelle Zäune direkt neben Kulturen:

* Tiere weideten **bis zur virtuellen Zaunlinie**  
* Kein Tier drang in die Kultur ein — selbst bei **kniehohem Weizen**  
* Bereits 1 m Fehlausrichtung führte zu klar erkennbaren Fraßspuren  

Über 7–8 Monate Nutzungsdauer berichtete Rob **keine systembedingten Ausfälle**.


###### Beweidung Zuvor Ungenutzter Flächen

Mit eShepherd konnte Rob **Buffelgrasbestände** und andere Flächen nutzen, die seit 15 Jahren nicht beweidet wurden.

Zentrale Beobachtungen:

* Bereits **eine Woche Beweidung pro Jahr** regeneriert Flächen deutlich  
* Tiere meisterten **trichterförmige Treibwege** und **90-Grad-Kurven** ohne Probleme  
* Bachläufe und Entwässerungskanäle wurden zu wertvollen Futterquellen  


###### Viehtrieb mit Virtuellen Treibgassen

Rob bewegt seine Herden über Entfernungen von 2–3 km mittels virtueller Gassen:

* Eine 50 m breite virtuelle Treibgasse mit einem Trichter am Anfang  
* Tiere verteilten sich natürlich und liefen selbstständig  
* Auch ein 14-jähriges Familienmitglied konnte den Viehtrieb eigenständig durchführen  
* Funktioniert sehr gut bei nassem Boden, da Fahrzeugverkehr reduziert wird  

Nächste Tests umfassen Treiben von Tieren an wertvollen Kichererbsen vorbei.


###### Tiertraining & Verhalten

Rob folgt dem Standardtrainingsprogramm von eShepherd:

1. Zugang zu **zwei Dritteln** der Weidefläche geben.  
2. Den letzten Drittelabschnitt (ohne Wasser) blockieren.  
3. Tiere an den virtuellen Zaun herantreten lassen und bip → Impuls erleben.  
4. Verhalten verstärken, sobald Tiere innerhalb bleiben.  

Die meisten Tiere lernen das System in **weniger als 3 Tagen**.

Anekdote:  
Rob testete das System an problematischen Milchkühen, die früher **jeden Zaun durchbrachen**. Schon nach ~3 Tagen akzeptierten auch sie den virtuellen Zaun und blieben 5 Monate zuverlässig.


###### Return-to-Paddock (RTP)-Funktion

Rob nutzt RTP aktiv:

* Eine temporäre Zaunlinie erscheint automatisch **vor einem entkommenen Tier**  
* Verhindert, dass es weiter wegläuft  
* Linie bewegt sich zurück, sobald das Tier Richtung Ursprungsweide geht  
* Tiere erhalten **keine Signale**, wenn sie sich in die richtige Richtung bewegen  

Rob bewertet die Eindämmung als **exzellent**; nur ein kleiner Vorfall trat auf, bedingt durch Bachverlauf und nervöse Tiere.


###### Mobilfunkleistung

Rob nutzt die **Mobilfunkversion** von eShepherd:

* Die Farm hat meist **nur einen 4G-Balken**  
* Anfangs brauchten Halsbänder ~10 Stunden zum Einchecken  
* Firmware-Optimierung löste dies innerhalb einer Woche  
* Trotz schwachen Signals gab es **keine Funktionsprobleme**  

Heute nutzt Rob Starlink für Internet, betont jedoch, dass eShepherd selbst mit minimaler Mobilfunkabdeckung funktionierte.


###### Beobachtungen zur Zaunkonstruktion

* Alte, unsichtbare physische Zäune auf Luftbildern können Tiere verwirren  
* Rob plant deren schrittweise Entfernung  
* In komplexem Gelände stößt er gelegentlich an das **30-Punkte-Limit** – mehr Punkte wären wünschenswert  

Dennoch beschreibt er das Zaunzeichnen und Verbinden von Weiden als **schnell und einfach**.


###### Return on Investment (ROI)

Für Rob ist die Entscheidung eindeutig:

* Handel mit einer Färse oder einem Ochsen bringt **$400–$500 Gewinn pro Jahr**  
* Der Gewinn eines einzigen Tiers pro Halsband **amortisiert das Halsband im ersten Jahr**  
* Die restlichen Jahre (Lebensdauer 7–10 Jahre) sind reiner Nutzen  
* Im Vergleich zu Düngern (70–80 % ROI) bietet eShepherd **eine außergewöhnliche Rendite**  
* Ermöglicht Viehhandel, der vorher zu teuer war aufgrund physischer Zaunkosten  

Rob fasste es so zusammen:  
**„Es ist ein No-Brainer.“**


###### Bullen, Kälber & Training

* Bullen passen sich schnell an — oft schneller als Kühe  
* Verlängerungsketten verfügbar für größere Halsumfänge  
* Kälber (<200 kg) tragen keine Halsbänder, respektieren aber instinktiv die Grenze, wo Kühe Halt machen  
* Kälber **werden schneller und schwerer abgesetzt** durch verbessertes Rotationsweiden  


###### Mineralien, Wasser & Futterstellen

Produzenten können:

* Treibgassen zurück zu Wasserstellen gestalten  
* Weiderotation in **„Spinnrad-“** oder **Pizza-Scheiben**-Muster organisieren  
* Mineralfutterstellen nach Bedarf versetzen  


###### Verwaltung Mehrerer Betriebe & Nutzer

Die Plattform ermöglicht:

* Virtuelle Zäune auf angrenzenden gepachteten Flächen  
* Mehrere Benutzerkonten pro Betrieb  
* Aufgabenverteilung zwischen Familienmitgliedern und Mitarbeitenden  
* Nutzung auf Mobiltelefonen und Tablets im Feld  
* Zaunzeichnen primär in der Web-App; mobile Zeichnung in Entwicklung  


###### Wichtige Erkenntnisse aus dem Q&A (Globales Publikum)

Häufige Fragen:

* **Legalisierung** – Erwartete Genehmigung in NSW; VIC & SA folgen  
* **Abonnements** – Monatliche Gebühr pro Halsband; Preise variieren je nach Region (Mobilfunk vs. LoRa)  
* **Basisstationen** – Nur nötig, wenn Mobilfunkabdeckung unzureichend ist  
* **Zaunkonstruktion** – Web-App bevorzugt; Tablets bieten volle Funktionalität im Feld  
* **Treiben/Mustering** – Nicht offiziell beworben, aber erfolgreich erprobt  
* **Ausschlusszonen** – Bäume, Wasserläufe, Gebäude und sensible Bereiche können ausgeschlossen werden  


###### Zusammenfassung

Robs Erfahrung zeigt, dass eShepherd:

* Untergenutzte Flächen erschließt  
* Kulturen zuverlässig schützt  
* Arbeits- und Infrastrukturkosten reduziert  
* Opportunistischen Viehhandel ermöglicht  
* Auch bei schwacher Mobilfunkabdeckung zuverlässig funktioniert  
* Sich nahtlos in andere Ag-Tech-Systeme integriert  

eShepherd hat Rob die Flexibilität gegeben, seinen Bestand zu erhöhen, Weiden effizienter zu nutzen und ein großes, wertvolles Ackerbauprogramm zu unterstützen — ohne Kompromisse bei Arbeitskraft, Zeitmanagement oder Budget.


Quelle:

Dieser Artikel basiert auf Inhalten aus dem [eShepherd Virtual Fencing Webinar](https://www.youtube.com/watch?v=s5y5fG23Aa8).  
Die Originalsession ist als YouTube-Aufzeichnung verfügbar, bereitgestellt von Gallagher eShepherd.


V1.0, 12/2025

