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# eShepherd Webinar OCT 2025 Episode 10

### eShepherd Virtual Fencing Webinar – Fallstudie eines Produzenten aus Alberta   

Dieser Artikel fasst ein eShepherd Virtual Fencing Webinar zusammen, präsentiert von der nordamerikanischen Referentin Jaci Ellsworth und dem Produzenten aus Alberta **Nick Kunick**, der seine Erfahrungen mit Weidenutzung durch eShepherd während Dürre, Buschbewuchs und regenerativen Praktiken teilte. Die Sitzung behandelte Hochdichtebeweidung, Tiertraining, Dürreresilienz, Winterplanung sowie praktische Fragen und Antworten.

###### Einführung  

Die Sitzung begann damit, dass Jaci Teilnehmende aus ganz Nordamerika begrüßte. Sie stellte Nick vor, einen Produzenten aus dem Nordosten Albertas, Kanada, der die Saison 2024 mit eShepherd arbeitete, um intensive Weideergebnisse zu erzielen. Das Webinar enthielt Videomaterial seiner Weideführung, Fotos von Paddock-Wechseln und Diskussionen zur Integration des Systems in regeneratives Management.


###### Hintergrund von Nick und Weideumgebung  

Nick bewirtschaftet einen Betrieb in einer niederschlagsarmen Region Albertas, in der der Schnee früh fällt und die Vegetationsperioden kurz sind. Er ist nicht auf einem Hof aufgewachsen, übernahm jedoch 2017 den Betrieb und wechselte 2019 zu regenerativen Praktiken durch Einführung von Zwischenfrüchten und später zur zertifizierten Bio-Produktion.

Aufgrund trockener Perioden und begrenzter Niederschläge betonte er, dass die Weideführung der wichtigste Bestandteil seines Systems ist. Hochdichte-Rotationsweiden haben ihm ermöglicht, die Nutzung zu erhöhen, Ruhezeiten zu verlängern und Weiden gezielter zu managen.


###### Übergang zu Hochdichte-Rotationsweiden  

Nick begann vor drei Jahren damit, mit höheren Weidedichten zu experimentieren, und wechselte von zwei täglichen Umtrieben zu mehreren Umtrieben pro Tag. Er berichtete:

* Verbesserte Nutzung, wenn Tiere enger stehen  
* Längere Ruhezeiten, die die Regeneration von mehrjährigen Pflanzen fördern  
* Größere Wirkung auf invasive oder verholzende Arten  
* Bessere Verteilung von Dung und effizientere Nährstoffkreisläufe  

Er erklärte, dass er mit etwa 300 Großvieheinheiten arbeitet, die viermal täglich über halbe-Acre-Flächen bewegt werden, wobei teilweise Dichten von 600.000–700.000 Pfund pro Acre erreicht wurden.


###### Videomaterial und Weidedemonstration  

Nick zeigte Drohnenaufnahmen aus einem Living Labs Projekt, das Bodenkarbon unter verschiedenen Bewirtschaftungsformen misst. Die Aufnahmen zeigten:

* Tiere, die sich ruhig über weideoffenes Gelände ohne physische Zäune bewegen  
* Klare Weidelinien zwischen beweideten und unbeweideten Bereichen  
* Rinder, die auf neu geöffnete virtuelle Paddocks reagieren  
* Kälber, die „Creep-Grazing“-Verhalten auf höherwertigem Futter zeigen  

Er erklärte, dass er beim Umsetzen der Tiere häufig vorausgeht, damit sie erkennen, wo das neue Futter verfügbar ist.


###### Beobachtungen zur Tierleistung  

Nick wird die Kälber später in der Saison wiegen, beobachtete aber visuell:

* Gesunde, konkurrenzfähige Kälber  
* Kühe, die sich an weniger selektives, faserreicheres Fressen gewöhnen müssen  
* Leistungsverbesserungen, die sich im Laufe der Jahre durch epigenetische Anpassung des Bestandes deutlicher zeigen werden  


###### Warum Nick sich für Virtuelle Zäune entschied  

Seine Hauptgründe waren:

* Höhere Nutzung ohne physische Zäune  
* Kontrolle invasiver Arten wie Disteln und Buschwerk  
* Verzicht auf chemische Herbizide aufgrund der Bio-Zertifizierung  
* Gleichmäßige Hochdichte-Wirkung auf unterschiedlichem Gelände  
* Wegfall der Arbeit, täglich mehrfach Elektrozäune/Polywire zu versetzen  

Er bemerkte, dass 300 Kühe erheblichen Einfluss auf die Buschkontrolle haben können, indem sie verholzende Vegetation entfernen, die sonst Chemikalien oder Maschinen erfordern würde.


###### Verhaltensänderungen und Vegetationswirkung  

Nick zeigte Vorher-Nachher-Beispiele, in denen Hochdichteweiden:

* Verholztes Buschwerk entfernten  
* Invasive breitblättrige Arten zurückdrängten  
* Sonnenlicht wieder auf den Boden gelangen ließen  
* Möglichkeiten für Grasetablierung in zuvor schattigen Bereichen schufen  

Er beschrieb, dass Rinder bei höherer Dichte Pflanzen fressen, die sie üblicherweise meiden.


###### Training der Tiere für eShepherd  

Das Training dauerte weniger als einen Tag. Nick setzte die Tiere in ein rechteckiges Feld mit physischem Zaun als Backup. Sie lernten schnell das akustische Signal und passten sich gut an.

Er stellte fest:  
* Kälber bewegen sich frei ohne Halsbänder und grasen oft voraus  
* Kühe sorgen sich anfangs, wenn die Kälber sehr jung sind, später jedoch nicht mehr  
* Die Lernkurve für eShepherd ist für Rinder schnell und intuitiv  


###### Anpassung und Anlegen der Halsbänder  

Zu Beginn der Saison ließ Nick etwa 10 cm Spielraum bei den Halsbändern, was zu locker war und zum Verlust einiger führte. Aktualisierte Empfehlungen sehen 2–5 cm Spielraum vor. Bullen benötigen:

* Längere Ketten  
* Loctite an Schrauben, um Lockerung während Kämpfen zu verhindern  


###### Kreatives Design von Virtuellen Paddocks  

Nick experimentiert gern mit der Form virtueller Paddocks. Beispiele:

* Herzförmiger Paddock sichtbar in Satellitenbildern  
* Buchstaben, die den Namen seines Betriebs bilden  
* Schmale Streifen für ultra-hohe Dichtebewegungen  

Er erklärte, dass alle Paddock-Ecken 90-Grad-Winkel haben müssen und jeder virtuelle Zaun bis zu 30 Punkte enthalten darf.


###### Beispiele für Tierdichte  

Nick zeigte Fälle, in denen sich Zaunlinien leicht überlappten – aufgrund von GPS-Variation –, was das Vieh eng zusammenschob. Dies demonstrierte die Fähigkeit des Systems, sehr hohen Weidedruck aufrechtzuerhalten, wenn gewünscht.


###### Einsatz von Geplanten Bewegungen  

Nick nutzt häufig geplante Bewegungen („Scheduled Moves“), besonders wenn er die Tiere mehrfach täglich umsetzt. Er erstellt Paddock-Blöcke mit Intervallen wie:

* Alle 2 Stunden  
* 12-Stunden-Pause über Nacht  
* Regelmäßige inkrementelle Verschiebungen  

Dies ermöglicht kontinuierliche Bewegung, auch wenn er nicht vor Ort ist.


###### Wassermanagement  

Nick verwendet:

* Wasserlöcher / Teiche (Dugouts)  
* Solarpumpen  
* Schmale Gassen (5–10 Meter breit) zurück zum Wasser  
* Gerade Korridore, wenn er keine komplexen Paddocks zeichnet  

Er meinte, dass die Regeneration dieser Wege über mehrere Saisons hinweg interessant zu beobachten sein wird.


###### Beispiele für Nicht-Selektives Weiden  

Nick hob Indian Dogbane als eine Art hervor, die Rinder selten fressen. Unter Hochdruckbeweidung:

* Fraßen die Tiere den gesamten Bestand  
* Wurde Buschwerk massiv zurückgedrängt  
* Wurden Nährstoffe über Dung wiederverteilt  

Dies bestätigte den Nutzen von gezieltem Impact-Grazing.


###### Ruhezeiten und Strategie bei Dürre  

Nick betonte lange Ruhezeiten:

* 12–18 Monate für einige Flächen  
* Aufbau von Futterreserven auf anderen Feldern  
* Nutzung möglicher Regenereignisse während der verlängerten Erholung  

Er glaubt, dass eShepherd es ermöglicht, Kuhzahlen während Dürreperioden zu halten oder sogar zu erhöhen.


###### Kuh-Typ und Herdenauswahl  

Nick empfiehlt:

* Kühe kleineren Rahmens  
* Ersatzfärsen aus Tieren auszuwählen, die auf faserreicher Kost gut gedeihen  
* Fokus auf Fruchtbarkeit und Anpassungsfähigkeit  
* Zuchtbullen aus leistungsstarken Kühen zu ziehen  

Er betrachtet langfristige epigenetische Verbesserung als großen Vorteil.


###### Winterweideplanung  

Nordalberta-Winter umfassen:

* Begrenztes Tageslicht  
* Lange Phasen mit Bewölkung  
* Schnee von Oktober bis April  

Nick hofft:

* eShepherd zu nutzen, um Kühe täglich durch den Schnee zu bewegen  
* Zu verhindern, dass ganze Felder niedergetrampelt werden  
* Das Weiden so lange wie möglich fortzusetzen, bevor er auf Heuballenfütterung umstellt  
* Eventuell virtuelle Zäune zur Steuerung von Bale-Grazing einzusetzen  

Er überwacht zudem die Batterieleistung der Halsbänder bei wenig Licht.


###### Einsatz von eShepherd in Waldgebieten  

Nick beweidete ausgiebig Busch- und Waldflächen. Er beobachtete:

* Mehr Dungablagerungen  
* Reduzierten Buschdruck  
* Potenzial für silvopastorale Systeme  

Er sieht großen zukünftigen Nutzen in dieser Praxis.


###### Konnektivität  

Nick nutzt Halsbänder mit direkter Mobilfunkverbindung. Wichtige Punkte:

* In einigen Bereichen ist das Signal schwach, dennoch werden Bewegungen verarbeitet  
* Das System funktionierte auch dort, wo sein Mobiltelefon keinen Empfang hatte  
* Er erwägt LoRa für entlegene Gebiete mit dichter Bewaldung  

Das Gallagher-Team empfahl:

* Wenn SMS-Versand/-Empfang möglich ist, funktioniert Mobilfunk in der Regel  
* LoRa eignet sich für große oder schwach versorgte Flächen  


###### Höhepunkte der Q&A-Session  

Behandelte Themen:

* Ausschlusszonen können Bereiche wie Heustapel oder Gewässer blockieren  
* Rinder lassen sich über weite Strecken mittels Gassen und Futteranreizen bewegen  
* Geringer Fliegendruck, möglicherweise durch die konstante Bewegung  
* Wasserstellen beeinträchtigten die Halsbänder nicht, auch wenn Tiere im Wasser standen  
* Robustheit von Solarpanels und Hardware  
* Nutzung von virtuellen Zäunen für Langstreckenbewegungen ohne menschliche Führung  


###### Schlussbemerkungen  

Nick schloss damit, dass eShepherd ihm Folgendes ermöglicht hat:

* Mehr Flexibilität  
* Bessere Landschafts- und Bodenwirkung  
* Weniger Arbeitsaufwand  
* Die Möglichkeit zu reisen, während sich die Herde weiterbewegt  
* Vertrauen, die Herde während Dürre zu vergrößern statt zu verkleinern  

Die Teilnehmenden wurden ermutigt, das eShepherd-Team für weitere Unterstützung zu kontaktieren.


Quelle:

Dieser Artikel basiert auf Inhalten des [eShepherd Virtual Fencing Webinars](https://www.youtube.com/watch?v=l2FbnMpcpQU).  
Die originale Sitzung ist als YouTube-Aufzeichnung von Gallagher eShepherd verfügbar.


V1.0, 12/2025
